Ich bin Abiturient, 20 Jahre alt, mit bengalisch-deutschem Hintergrund und leiste hier in Südafrika bei Leka Gape meinen Zivildienst ab. Insgesamt bleibe ich hier für ein Jahr.
Um meinen Zivildienst im Ausland ableisten zu können, musste ich mich bei einem anerkannten Träger, in meinem Fall ICJA, bewerben. ICJA ist eine Organisation, die sich auf die weltweite Vermittlung von Freiwilligen spezialisiert hat.
Diese Organisation bietet mehrere Möglichkeiten an, in unterschiedlichen Ländern seinen Zivildienst bzw. sein FSJ absolvieren zu können. Da ich in der Schule viel über die Geschichte und Politik Südafrikas gelernt hatte und es mich sehr interessiert hatte, wollte ich gezielt in einem Projekt innerhalb Südafrikas arbeiten.
ICJA vermittelt in Südafrika auch Zivis zu Leka Gape und da ich auch lieber im „afrikanischen Busch“ sein wollte, hatte ich mich für diese Organisation entschieden. Wie alle anderen hier arbeite ich in mehreren Projekten mit, eines meiner Hauptprojekte hier ist jedoch das Aquaponics.
Das Aquaponics ist ein ökologisches Kreislaufsystem, das aus einer Fischzucht und einem biologischen Anbau von Gemüse besteht. Für das Aquaponics pflanze ich Gemüse an, füttere die Fische und Hühner und pflege den Sheltergarten. Ein weiteres meiner Hauptprojekte ist das Child Headed Families Projekt.
Das Ziel dieses Projekt ist es, Kinder innerhalb Lulekanis aufzufinden, die auf sich allein gestellt sind und niemanden haben, der sich um sie kümmert. Für diese Kinder soll dann eine langfristige Lösung gefunden werden.
In meiner Freizeit gebe ich hier privat Deutsch-Unterricht und gehe auch regelmäßig in die Kirche, wodurch ich sehr guten Kontakt zu den Einwohnern von Lulekani habe. Auf jeden Fall bekommt man einen tollen Einblick in das Leben der Menschen hier.
Man sieht z.B., dass die Einheimischen hier immer und zu jeder Zeit in Feierlaune sind und sogar innerhalb kurzer Zeit eine einfache Busfahrt zu einer Partyfahrt werden kann. Es fallen einem natürlich auch die kulturellen Unterschiede auf, die unsere Arbeit nicht immer erleichtert und oft muss man dafür viel Geduld aufbringen.
Interessanterweise sieht man auch noch, dass die Trennung zwischen den schwarzen und weißen Südafrikanern noch in den Köpfen der Menschen vorhanden ist und ihr alltägliches Leben beeinflusst.
Allgemein habe ich mir Lulekani genauso vorgestellt wie es im Internet beschrieben wird. Jedoch hat es mich bei meiner Ankunft doch erstaunt, dass für Leka Gape so viele Praktikanten, vor allem deutsche Praktikanten arbeiten.